PR-Geschichte Nr. 3 Klagen Sie einfach

Neue Ampelwesen braucht das Land.

wie man mit Prozessen in die Presse kommt …

Vor Gericht zu zie­hen ent­wickelt sich zu einer Art Volkssport. Und man­che Klagen sind unge­heu­er öffent­lich­keits­wirk­sam. So wie die des 25-jäh­ri­gen Juristen aus dem Rheinland, der in Eichstätt gegen die blau­en Parkschilder mit dem Zusatz „Nur für Frauen“  vor Gericht zog.  Das Verfahren wur­de in bei­der­sei­ti­gem Einverständnis zwar ein­ge­stellt, aber Recht hat der jun­ge Advokat inso­fern bekom­men, als dass die Schilder nach der Straßenverkehrsordnung  ledig­lich Empfehlungscharakter haben dür­fen. Ob es je Knöllchen für männ­li­che Parker gege­ben hat, war mei­nes Wissens nicht Gegenstand der Verhandlung. Die Stadt Eichstätt will jetzt wei­ße Schilder anschaf­fen und die­se zusätz­lich noch mit dem Wort „Bitte“ ver­se­hen.

So hat sich ein auf­stre­ben­der Jurist einen eige­nen Prozess geschaf­fen und sich natür­lich auch selbst ver­tre­ten. Eine per­fek­te Eigen-PR, von deren „Glanz“ auch Eichstätt etwas abbe­kom­men hat. Weniger Aufsehen in der Presse erreg­te die Klage eines Bundeswehrsoldaten, der ger­ne län­ge­res Haupthaar im Dienst tra­gen woll­te und sich gegen­über den Soldatinnen in den Bundeswehr benach­tei­ligt fühl­te. Er ver­lor den Prozess.

Bevor ande­re mit wei­te­ren Abstrusitäten vor Gericht zie­hen, hät­te ich einen Vorschlag für eine posi­ti­ve Stadt-PR: Statt über Ampelmännchen zu dis­ku­tie­ren −  die Korschenbroicher wol­len allen Ernstes einen gen­der- und gewalt­ver­bot­mä­ßig abso­lut unkor­rek­ten Schützenbruder mit Holzgewehr – könn­te die Stadt Düsseldorf ihren Anti-Diskriminierungswillen mit einer drit­ten Geschlecht-Ampel krö­nen. Die wür­de sehr gut in eine Zeit pas­sen, in der alle Welt ein Zeichen setzt. Und die­ses Zeichen wür­de sogar noch rund um die Uhr leuch­ten.  Auch über Zebrastreifen soll­ten die Stadtoberen wegen der offen­kun­di­gen Schwarz-Weiß-Problematik nach­den­ken. In Belgien ist man man­cher­orts schon wei­ter. Dort gibt es die Straßenmarkierungen schon in Bunt. Die köst­li­che bel­gi­sche Schokolade ist jedoch nach wie vor braun.

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