Emmy nominiert und herzerfrischend: Anna Schudt

Anna Schudt liest Thomas Mann beim Salonfestival.

Zugegeben, die Novelle und Burleske „Tristan“ von Thomas Mann war mir nicht mehr prä­sent, hat­te ich sie nicht doch irgend­wann gele­sen? Aber wenn Anna Schudt liest, muss ich ein­fach hin­ge­hen. Sie nahm die Zuhörer mit ins Sanatorium „Einfried“, sprach den Schriftsteller Detlev Spinell, brü­nett, Anfang 30 und mit kariö­sen Zähnen, mit einem leich­ten Sprachfehler. Anna Schudt wur­de sanft, wenn sie die an der Luftröhre und nicht an der Lunge erkrank­ten und am Ende dahin­sie­chen­den Gabriele Klöterjahn zitier­te und wohl immer wer­de ich das Bild des vor Gesundheit nur so strot­zen­den klei­nen Anton Klöterjahns vor Augen haben, der am Ende in sei­nem Kinderwagen sitzt und jauchzt.

In den Kunstgenuss der Düsseldorfer Lesung kamen die Zuhörer im Rahmen des salon­fe­sti­vals (www.salonfestival.de), einem bun­des­wei­ten Netzwerk von Gastgeberinnen und Gastgebern, die zu kul­tu­rel­lem und poli­ti­schem Austausch in pri­va­ter Atmosphäre ein­la­den. Gastgeber für die Thomas Mann-Lesung war das Einrichtungshaus Thelen und Drifte. Übrigens das wohl das älte­ste fami­li­en­geführ­te Unternehmen der Region, das im Jahr 1726 als Schreinerei Anton Thelen in Nettetal gegrün­det wur­de.

Das Foto: BU: Anna Schudt, Copyright Antje Terhaag.